Nach eineinhalb Jahren Zwangspause konnte der Böhmische Abend der Lyra Höfen unter Einhaltung der aktuellen Coronaregeln wieder stattfinden.

Pünktlich um 20 Uhr zogen 66 Musikerinnen und Musiker in Dirndl und Lederhose in die passend festlich geschmückte und sehr gut gefüllte Vereinshalle in Höfen ein. Mit dem bekannten Marsch „Flotte Musikanten“ wurde der Abend nach dem Lockmarsch der Schlagzeuger eröffnet. Nach der Begrüßung durch den Vorsitzenden Gerd Förster übernahm Heinz-Georg “Kerki“ Kerkmann die Moderation und führte wie gewohnt humorvoll durch den Abend. Doch die wohl bedeutendste Person an diesem Abend fehlte noch. Nach einem lauten “Grüß Gott Ralf“ aus dem Publikum, betrat der Dirigent Ralf Jansen die Bühne und brachte die Musikerinnen und Musiker mit einer schwungvollen Handbewegung zum Spielen. Unter der Leitung von Ralf Jansen präsentierte die Lyra Höfen im ersten Teil sowohl bekannte Titel als auch neue anspruchsvolle Arrangements.

Die beiden Solisten, Susanne Lutterbach auf der Piccoloflöte und Heinz-Georg Kerkmann auf dem Tenorhorn,

präsentierten „Grandfather´s clock“ und begeisterten mit diesem besonderen und schwierigen Stück das Publikum.

Heino Breuer und Guido Hermanns, beide Teil des Schlagwerk-Teams amüsierten alle Anwesenden mit einer Handwerkereinlage zur „Heimwerkerpolka“, indem sie während des Spiels einen Stuhl auf der Bühne zusammenbauten, auf dem der Dirigent Ralf Jansen im Anschluss Platz nahm. Der erste Teil wurde mit dem bekannten Stück „Aus Böhmen kommt die Musik“, welches durch das Gesangsduo Dorothe Breuer und Stefan Jansen begleitet wurde, beendet.

Nach der Pause begeisterten einige Musikerinnen und Musiker das Publikum mit einem eigens einstudierten Tanz auf das Potpourri „Stell dich ein in Oberkrain“. Langsam nährte man sich dem Höhepunkt des Abends. Doch vorher wurde mit dem Stück „Alpenglocken“ eine weitere Showeinlage geboten. Franz Jansen als begeisterter Fan der Lyra Höfen und Sponsor von originalen Alpenglocken betrat die Bühne und begleitete das Orchester mit dem Glockenklang.

Das Publikum bestaunte das gezeigte Können. Doch beim Abbau des extra bereitgestellten Tisches offenbarte sich der eigentliche Künstler: Heino Breuer. Er hatte sich während der Pause bereits unter dem Tisch versteckt; die Glocken, auf denen Franz Jansen gespielt hat, waren präpariert und konnten keinen Ton von sich geben.

Nun war es endlich so weit, der Höhepunkt des Abends bahnte sich an. Dieser sollte für den Dirigenten Ralf Jansen und die Musikerinnen und Musiker sehr emotional werden.  Denn dieser Böhmische Abend war das Abschiedskonzert des langjährigen Dirigenten, der nach 26 Jahren vom Amt zurücktritt, um wieder in den Reihen der Lyra, in seinem Lieblingsregister dem Tenorhorn, mitspielen zu können. Um das jahrelange Engagement zu würdigen, betrat zunächst ein Wegbegleiter von Ralf Jansen die Bühne. Der Ehrendirigent des Musikvereins Roetgen Manfred Reinartz fand genau die richtigen Worte, um die besondere Ehrung der Bundesvereinigung Deutscher Musikverbände e.V. für die 25jährige Tätigkeit als Dirigent zu überreichen, die mit minutenlangem Applaus und Standing Ovation vom Publikum und der gesamten Musiker unterstützt wurde. Im Anschluss überreichte der Vorsitzende Gerd Förster noch ein Fotoalbum mit vielen Bildern von Ralfs Dirigentendasein der letzten 26 Jahre, ein Präsent und einen Blumenstrauß für seine Frau Johanna.

Als es dann im Programm mit der Kuschelpolka weitergehen sollte, zählte der Dirigent an, aber die Musiker spielten anstatt der Polka den Walzer „Wenn der Wein blüht“. Mit diesem vom Gesangsduo vorgetragenen Lied und einem dafür umgedichteten Text dankte die Lyra ihrem Dirigenten für sein langjähriges Wirken.

Nachfolger des scheidenden Dirigenten wird ein Musiker aus den Niederlanden. Thijs Zenden wird zukünftig das Orchester der Lyra leiten. Er war der Einladung der Lyra zum Böhmischen Abend gefolgt und wurde dem Publikum vorgestellt. Die ersten Proben mit ihm beginnen bereits im November.

Nach dem letzten Stück „Gute Nacht“ wurde dann vom Publikum noch eine Zugabe gefordert. Die Lyra ließ sich dies natürlich nicht nehmen und hatte noch die Borsicka-Polka in petto. Hierbei gingen wie in der Lyra üblich alle Musiker ins Publikum und brachten die gute Stimmung auf den Höhepunkt. Da einige Musiker noch nicht genug hatten, und alle noch „heimlich“ die Noten vom „Böhmischen Traum“ dabeihatten, ließ die Lyra es sich natürlich nicht nehmen, auch noch diese Polka zum Besten zu bringen. Dies war dann der krönende Abschluss eines wunderbaren Abends. Im Anschluss wurde noch bis in die frühen Morgenstunden weiter gefeiert.

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